Mario Parizek – Seine Bühne ist überall

Ein Mammut an einer erdfarbenen Wand, davor ein leidenschaftlich performender, rastagelockter Gitarrist, unorthodoxe, packende, bis in die Knochen gehende Rhythmen und Melodien, good Vibes auf gut neudeutsch! Beide umgeben von Frauen, Männern, Kindern, alt und jung, die dem Sound erlegen sichtlich gut gestimmt dem lauschen, was Mario virtuos seiner Gitarre entlockt. Mario Parizeks Bühne ist diesmal Adolf Frohners Fries zur Geschichte der Menschheit Europas im U-Bahnbereich des Westbahnhofes. Es ist schon das zweite Mal, dass ich auf Mario Parizek mit seinem ansteckenden, percussiven Fingerstyle-Gitarrenspiel hier vor Frohners Kunstwerk treffe. Dieser rostrote Frühgeschichteabschnitt des Frieses verspricht ein interessanter Hintergrund für Fotos eines leidenschaftlichen Performers zu sein. Zum zweiten Mal bedauere ich es, ohne Kamera aus dem Haus gegangen zu sein. Auch wenn die Musik zum verweilen animiert, drängt es mich mit der U3 schnell nach Ottakring zu verschwinden. Aber ich komm’ wieder, keine Frage! Diesmal mit Kamera.

Mario Parizek

Mario Parizek ist ein Vollblutmusiker, dessen Bühne überall ist. Er wird für private Parties engagiert, tritt in Clubs auf, auf Festivals, auf Konzerten, und eben auch auf den Straßen in vielen Städten der Welt. Dabei spielt er seine eigenen Stücke, rhythmische, kraftvolle Stücke. Percussive Fingerstyle: Die Seiten werden gezupft, geschlagen, geslapt, der Gitarrenkörper als Percussioninstrument genutzt. Der Mix all dieser Techniken ermöglicht ihm, Melodie, Rhythmus und Bass so ineinander zu verweben, dass er als One Man Show so etwas wie seine eigene kleine Combo repräsentiert. Und wenn die Energie, die er ausströmt, von den Leuten aufgenommen wird, und Mario die Resonanz des Publikums zu spüren beginnt, dann wird es richtig gut!

Mich hat er mit seiner Musik berührt. Zum Dank widme ich ihm die Bilder von seinem Auftritt am 7.12.2019 im Rahmen der U-Bahn-Stars der Wiener Linien.

Weiterführende Links und Infos zu Mario Parizek und Adolf Frohners Fries “Circa 55 Schritte durch Europa” (1993)

www.marioparizek.com
www.viennastreetmusic.com
Fotos vom Fries von Adolf Frohner (unter dem Punkt Ausgestaltung)
Wiener Linien Kunst U-Bahn | Adolf Frohner

Mario Parizek – so klingt sein percussive Fingerstyle Gitarre

Fototechnische Randnotizen

Sony A7RIII, Zeiss Batis 18mm f/2.8, Zeiss Batis 40mm f/2.0, Sony GM 70-200 f/2.8. Alles jeweils offenblendig fotografiert, ISO bis 12.800(- 51.200)

RAW Entwicklung mit Capture One Pro 20. Weißableich und erste Farbabstimmung nach Geschmack. Bei allen Fotos generelle Kontrast- und lokale Helligkeitskorrekturen durchgeführt, sodass der wesentliche Teil des Fotos, das Gesicht oder die Schlüsselpersonen, das optische Zentrum bilden. Endgültiger Farblook mit einem Capture One Style Cinematic CM08 auf einer eigenen Ebene bei 80 Prozenzt. Der Look ist gekennzeichnet durch kräftige, kontrastreiche Tiefen- und Mitteltöne bei einer gleichzeitigen Entsättigung aller Farben um den Wert -30. Da ich bei der ersten Farbabstimmung auf Grund der kontrastarmen Lichtverhältnisse die Sättigung um +15 angehoben habe, ergibt sich in Summe ein etwas entsättigter Look mit kräftigen Tiefen.

Die besondere Herausforderung – die Lichtverhältnisse

Wie ich imme wieder betone, die Herausforderung beim Fotografieren on locatíon ist oft, gute Fotos zu liefern, auch wenn die Verhältnisse alles andere als optimal sind. In diesem Fall sind es die Lichtverhältnisse. Wenig Licht, schlechtes, kontrastarmes Licht. Vor allem für das 70-200mm Objektiv braucht es entsprechend kurze Belichtungszeiten, um Verwacklungsunschärfen zu vermeiden. Immerhin bewegt sich Mario Parizek beim Musizieren. Weil wenig Licht, habe ich durchwegs mit offener Blende gearbeitet, die Belichtungszeiten lagen im Telebereich zwischen 1/400 und 1/640 Sekunde; um auf die erforderlichen kurzen Belichtungszeiten zu kommen, sind die meisten Aufnahmen bei ISO 12.800 entstanden. Blende und Zeit manuell eingestellt, Auto ISO war auf 12.800 begrenzt. Durch diese Begrenzung waren manche Aufnahmen, um bis zu 2 Blenden unterbelichtet, was ich bei der RAW Entwicklung entsprechend korrigiert habe. Eine ISO 12.800 Aufnahme um 2 Blenden unterbelichtet, entspricht in Wahrheit einer Aufnahme mit ISO 51.200! Das Bildrauschen läßt grüßen! Da der Sony Sensor ein Sensor mit ISO-Invarianz ist, macht es aber keinen Unterschied, ob ich bei ISO 12.800 um 2 Blenden unterbelichte und das in der RAW Entwicklung anschließend korrigiere, oder ob ich gleich bei ISO 51.200 fotografiere.
Entsprechend hoch wird das Bildrauschen. Aber mir ist mittlerweile ein stärkeres Rauschen im Bild lieber, als ein sauberes Bild mit tollem Ausdruck, ruiniert durch Bewegungsunschärfe.

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